Von einem geschenkten Gaul, liebgewordener Tradition und Tropfen auf den heißen Stein

Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger,

vielleicht haben auch Sie mit ein wenig Verwunderung vernommen, dass Borsdorf auf Grund des Flughafenausbaus in Schkeuditz einen neuen Radweg bekommen soll. Eine Landebahn wäre sicher naheliegender, aber ein Radweg ist ja auch nicht zu verachten. Außerdem befürchte ich starken Gegenwind aus der Bevölkerung für eine direkte An- und Abflugmöglichkeit ab Panitzsch… Wie kommt denn aber nun Borsdorf zu diesem Radweg? Wir profitieren im Grunde genommen „nur“ von unserer direkten Nachbarschaft zum Landkreis Nordsachen (Taucha). In einem „Masterplan zur Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Umfeld des Flughafens Leipzig / Halle“ des Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (siehe auch https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/43260) werden einmalig 24 Millionen Euro für Radwege, Fußwege und Straßen vorrangig in Nordsachsen und dem Nordraum Leipzigs bereitgestellt. Weil Nordsachsen den Radweg zwischen Plösitz und Panitzsch für diesen Maßnahmeplan angemeldet hat und die Planungen dafür gemeinsam mit dem Landkreis Leipzig bereits begonnen haben, bekommen wir etwas von diesem „Kuchen“ ab.

Masterplan zur Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle S.93

Natürlich hören wir die Flugzeuge weiterhin, aber wie heißt es so schön: „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul!“ Die Schülerinnen und Schüler, welche die weiterführenden Schulen in Taucha besuchen wird es freuen und deren Eltern werden ein wenig ruhiger leben, wenn ihre Sprösslinge mit dem Drahtesel unterwegs sind, um sich ihre Bildung abzuholen. Eine Anschlussfrage drängt sich auf: Wann soll der Fahrradweg gebaut werden? Hierzu wurden keine genauen Angaben gewagt, aber bis Jessica und Toni Hänsel ihre Leni alleine mit einem Fahrrad losschicken, könnte es soweit sein.
Familie Hänsel durfte ich am 09. Januar 2024 kennenlernen. Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass jedes neugeborene Borsdorfer Kind eine Willkommensurkunde (auch nett) und 100 Euro Begrüßungsgeld (sehr nett) vom Bürgermeister überbracht bekommt. Seit es Corona wieder erlaubt, habe ich die persönliche Übergabe reaktiviert und freue mich jedes Mal wie Bolle auf die kurzen Momente der Begegnung mit den Familien. Ich bleibe meist nicht lange und bringe weder Hunger noch Durst mit, aber eben eine kleine Starthilfe. Ob Hänsels das Geld für ein Fahrrad sparen, oder es in eine Kinderdauerkarte für den Lieblingsfußballverein des Vaters (😉) investieren, habe ich nicht erfragt. Aber ich weiß, dass Leni tolle Eltern hat, die immer für sie da sein werden und das ist einfach unbezahlbar! Danke, dass wir das Foto veröffentlichen dürfen und Euch, liebe Familie Hänsel, wünschen wir weiterhin alles erdenklich Gute!

Foto: Toni Hänsel

Selbstverständlich sind ein Stück Fahrradweg für eine Gemeinde und 100 Euro für ein Kind nur wie der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein“. Aber es sind auch Zeichen des Anfangs und der Wertschätzung. Natürlich ist dieser Radweg wichtig, weil er ein Beitrag zur Verkehrswende und zur Sicherheit ist! Und die 100 Euro sind in jedem einzelnen Fall gut angelegt!
Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünsche ich Ihnen einen närrischen (Rest-) Februar und grüße ausnahmsweise mit einem schmetternden Helau!

Herzliche Grüße,

Ihre Birgit Kaden
Bürgermeisterin

(30.01.2024)